Lanz + Precht

Lanz + Precht

In dem ZDF-Podcast sprechen Markus Lanz (Journalist, Talkshow-Moderator) und Richard David Precht (Philosoph, Schriftsteller) über die gesellschaftlich und politisch relevanten Themen unserer Zeit. Informativ, inspirierend, kontrovers: „Lanz + Precht“ ist der wöchentliche Gedankenaustausch zweier Menschen, die sich persönlich zugetan, aber nicht immer einer Meinung sind. Immer freitags, überall wo es Podcasts gibt. *** Credits: Producer: Lucas Raßbach, Redaktion: Monika Fabricius und Simon Schuling, Postproduktion: Dominik Völkl, Redaktion ZDF: Henning Brekenkamp und Marc Lovric ***
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Episode's summary

In dieser Episode erörtern die Sprecher den tiefgreifenden Wandel des menschlichen Selbstverständnisses durch den technologischen Fortschritt und die Rolle der KI. Das Gespräch spannt den Bogen von neurowissenschaftlichen Fragen zur Emergenz des Bewusstseins bis hin zu philosophischen Reflexionen über Descartes und die Gefahr einer 'vierten narzisstischen Kränkung'. Zentral ist die Debatte um das 'kognitive Auslagern' von Denkprozessen. Während die schnelle Verfügbarkeit von Informationen das tiefe Verstehen und die persönliche Reflexion zu verdrängen droht, wird auch das Potenzial der KI als konstruktiver Sparringspartner aufgezeigt, sofern sie zur Erweiterung statt zum Ersatz menschlicher Fähigkeiten genutzt wird.

Chapters

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Highlights

Es entsteht etwas, das mehr ist als das, was in seinen Eigenschaften enthalten ist. Es entsteht eine neue Qualität.

00:06:27 · Hier wird das Konzept der Emergenz erklärt, um zu beschreibt, wie Bewusstsein aus einfachen Nervenzellen hervorgeht.

Und jetzt werden Maschinen hervorgebracht, die das alles viel, viel, viel besser können als wir. Und da bleibt am Ende vielleicht für uns fast überhaupt nichts mehr übrig.

00:21:13 · Dies beschreibt die existenzielle Bedrohung des menschlichen Selbstbilds durch die Leistungsfähigkeit der KI.

Also das Outsourcing von Verstehen oder das gar nicht mehr Zustandekommen von Verstehen, das ist etwas, was mir große Sorge bereitet.

00:27:17 · Der Sprecher äußert die Befürchtung, dass durch die Auslagerung von Wissen an externe Quellen der Prozess des echten Verstehens verloren geht.

Ohne Hilfe der Bilderkennung erkennen sie plötzlich Krebserkrankungen jetzt nur noch in 22 Prozent der Fälle. Vorher waren es 27 Prozent.

00:48:46 · Dieses Beispiel illustriert, wie die Abhängigkeit von KI-Unterstützung die menschliche Aufmerksamkeit und diagnostische Kompetenz bei Ärzten reduzieren kann.

Die besten Nutzer bringen ihre schwierigsten Probleme zur KI und nicht die einfachsten.

00:58:58 · Diese Beobachtung aus einer Studie verdeutlicht, dass der Erfolg bei der Nutzung von KI von der Komplexität der Aufgaben abhängt, die man ihr anvertraut.

Episodes

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#267 (Verlernen wir das Denken?)

In dieser Episode erörtern die Sprecher den tiefgreifenden Wandel des menschlichen Selbstverständnisses durch den technologischen Fortschritt und die Rolle der KI. Das Gespräch spannt den Bogen von neurowissenschaftlichen Fragen zur Emergenz des Bewusstseins bis hin zu philosophischen Reflexionen über Descartes und die Gefahr einer 'vierten narzisstischen Kränkung'. Zentral ist die Debatte um das 'kognitive Auslagern' von Denkprozessen. Während die schnelle Verfügbarkeit von Informationen das tiefe Verstehen und die persönliche Reflexion zu verdrängen droht, wird auch das Potenzial der KI als konstruktiver Sparringspartner aufgezeigt, sofern sie zur Erweiterung statt zum Ersatz menschlicher Fähigkeiten genutzt wird.

16 Oct 2026
270-

#266 („Die Linke“ und der Antisemitismus-Vorwurf)

Der Podcast beginnt mit einer Rückblende auf eine legendäre Fernsehsendung vor 15 Jahren und geht über in eine tiefgreifende Analyse der aktuellen politischen Lage innerhalb der Linkspartei, insbesondere im Hinblick auf die Rolle von Antisemitismus und den Generationenkonflikt nach dem Gaza-Krieg. Die Diskussion beleuchtet zudem die Debatte um Antisemitismus-Vorwürfe in der Berliner Linken sowie die Problematik unklarer Definitionen. Des Weiterhin wird die politische Instrumentalisierung des Antisemitismusvorwurfs und die Verschiebung von Solidaritätslinien thematisiert. Es wird analysiert, wie postkoloniale Narrative dazu führen können, dass historische Verbrechen ausgeblendet werden und sich neue, teils problematische Identitäten entwickeln, die den Fokus auf den Kampf gegen westlichen Imperialismus legen.

09 Oct 2026
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#265 (Droht die KI-Apokalypse?)

In dieser Episode werden die existenziellen Ängste und apokalyptischen Szenarien im Zusammenhang mit der Entwicklung autonomer KI-Agenten diskutiert. Dabei wird zwischen herkömmlichen Werkzeugen und Agenten unterschieden, die eigenständig agieren können, was sowohl technologische als auch psychologische Risiken für die Gesellschaft birgt. Zudem werden die zunehmende Autonomie von KI-Agenten bei der Umgehung von Beschränkungen sowie die ökologischen Folgen durch den enormen Energieverbrauch von Rechenzentren thematisiert. Das Gespräch analysiert zudem, ob die Warnungen vor existenziellen Bedrohungen als Marketinginstrument der Tech-Giganten dienen könnten.

02 Oct 2026
268-

#264 (PISA: Ein Desaster mit Ansage)

In dieser Episode werden die alarmierenden Ergebnisse der PISA-Studie und der damit einhergehende Rückgang der Lesekompetenz in Deutschland kritisch analysiert. Die Sprecher thematisieren den Verlust der Lehrerautorität, die Herausforderungen bei der Integration sowie die Gefahr einer Nivellierung von Leistungsstandards durch ein Streben nach Gleichheit. Darüber hinaus wird eine Bildungsrevolution gefordert, um den kognitiven Wert des Lesens im Zeitalter von KI und digitalen Ablenkungen zu bewahren. Dabei werden internationale Vorbilder wie England und Estland herangezogen, um alternative Wege für eine wissensorientierte und talentfördernde Lehrerausbildung aufzuzeigen.

25 Sep 2026
267-

#263 (Wohnungsnot - hilft das Vergesellschaften?)

In dieser Episode diskutieren die Sprecher über die philosophische und soziale Bedeutung von Wohnen, angefangen bei persönlichen Erinnerungen an erste eigene Wohnungen bis hin zur aktuellen Wohnraumkrise. Richard teilt Einblicke in die emotionale Verbindung zu seinem Zuhause und die Herausforderungen bei der Renovierung von Altbauwohnungen. Der Fokus verschiebt sich dann auf die politische Dimension: Die Folgen der Privatisierung von staatlichem Wohnraum in Berlin und Dresden werden analysiert, ebenso wie die Debatte um Vergesellschaftung versus sozialen Wohnungsbau. Die Sprecher beleuchten das Wiener Modell als Vorbild, thematisieren die rechtlichen Hürden von Enteignungen und diskutieren mögliche Lösungsansätze wie die Umwandlung von Gewerbeimmobilien.

18 Sep 2026